Samstag, 26. Dezember 2009

Begegnung im Busch

Da steht er nun im Schatten eines Mangobaumes am Straßenrand, ist von dunkler Hautfarbe und trägt zu allem Leid auch noch einen Tarnanzug. Grüßt man den auf diese Weise beinah unsichtbar versteckten Mann mit locker über der Schulter hängendem Gewehr, weil man ihn schließlich doch noch im Vorbeirollen erkannt hat, mit einem freundlichen 'Bonjour', so grinst er aber breit zurück.

Als toubab auf einem velo ist man in der Casamance viel außergewöhnlicher, als die entlang der Hauptstraßen postierten Soldaten, die einfach zu auffallend im Süden Senegals ihre Präsenz zeigen.

Soll dies die Rebellen abschrecken, die von Zeit zu Zeit durch paramilitärische Schläge gegen Polizeiposten von sich Reden machen? Oder eher die Touristen beruhigen, von denen die Casamance immer weniger zu sehen bekommt? Nicht zuletzt wegen der längst abgeebbten Wirtschaftskrise in gänzlich anderen Regionen, aber vielleicht auch wegen des unguten Gefühls, das die Anwesenheit von Militär immer in einem weltoffenen Menschen verursacht.

Am heutigen Tag bleibt es zumindest schwierig, entlang der Strecke bis Diouloulou mal eben kurz in den Busch zu huschen, um sich zu erleichtern...

Dienstag, 15. Dezember 2009

Andere Länder, andere Wälder


Gespenstisch muten sie an, die Bäume ohne Laub, deren Stamm so gar nicht anmutig geschwungen wirkt, eher falsch proportioniert. Sie fallen zumindest als sehr ungewöhnlich auf, in dieser savannenähnlichen Landschaft, die der Senegal ja auch ist.

Der Baobab ist hier DIE nationale Pflanze, eine der Baumarten, die man mit dem Senegal unbedingt in Verbindung bringt, da sie hier sehr häufig vorkommt, ja stellenweise die Landschaft prägt. An manchen der oft schon sehr alten Bäume hängen noch einige der Baobab-Früchte, große Kolben mit sehr rauher Oberfläche und weißem Inhalt. Diesen Inhalt kann man durchaus in den Mund nehmen und kauen. Der Geschmack ist fruchtig, hat nur geringen Nährwert, aber ist ein schöner Bonbon-Ersatz, denn die weiße Masse um die eigentlichen Samen der Frucht zieht den Speichel im Mund zusammen und löst sich nur langsam auf.

Baobabs können viele hundert Jahre alt werden. Das Holz ihrer im Alter (bis 800 Jahre) oft hohlen Stämme speichert in seiner faserigen Struktur viel Wasser. Dennoch werfen die Bäume im Winter (l'hivernage) ihre Blätter ab und prägen auf eine sehr typische Weise das Landschaftsbild des Senegal.

Eine botanische Beschreibung

Montag, 14. Dezember 2009

Winter im Senegal


Es liegt kein Schnee, die Tagestemperaturen klettern problemlos auf über 30 Grad im Schatten. Aber wo den Schatten finden, wenn doch auch der Baobab-Baum sein Laub abwirft?

Ok, es bleibt durchaus auch schattig, denn alle anderen Bäume tragen weiter ihr Blattkleid. Mahagoni und Avocado, Teak und Kapock, Orange und Cashew, Fromagier und Rognier-Palme - die Vegetation in Westafrika ist vielseitig wie die Geschichten um die hohlen Baobabs.

Samstag, 12. Dezember 2009

Ich geh dann mal auf Fahrradtour


Meine Vorbereitung zur Abreise nach Westafrika ist beinah abgeschlossen, mehr Gepäck sollte es nicht werden, jetzt muss das Fahrrad nur noch in die Transporttasche

Sonntag, 11. Januar 2009

Winter an der Havel


... und den umliegenden Wäldern auch. Die kleineren Seen der Gegend sind längst mit einer tragfähigen Eisschicht überzogen. Die Eischicht auf der Havel ist dagegen dünn und trügerisch, auch wenn sie einladend glänzt, halte ich es lieber mit dem Festland und laufe auf dem Trockenen.

Ein wunderschöner Wintertag macht die Kälte erträglich, die seit mehr als zehn Tagen das Atmen beim Laufen erschwert. Der Schnee ist inzwischen alt. Und als würde die entspannende Winterstimmung schon bald wieder schwinden tragen die Leute dicht gedrängt im Wald und im Park ihre Hunde und ihre Pelze spazieren.

Ich dehne meine Laufstrecke nicht allzu weit aus, bleibe in der Nähe des Sacrower Sees und der Havel. Nach eineinhalb Stunden schmerzt die Lunge schon leicht von der kalten Luft, so dass ich es auch nicht auf zwei Stunden ausdehnen will. Auch wenn in etwa sechs Wochen der nächste Marathon bereits ansteht, halte ich mich angesichts der schönen Landschaft läuferisch lieber etwas zurück.


Sonntag, 28. Dezember 2008

Läuferglück

Es ist ja nicht so, dass ich Warmduscher wäre. Ich dusche immer kalt, auch nach dem Laufen - auch im Winter. So auch heute. Ich verspreche mir nichts davon, ich habe es mir einfach angewöhnt.
Heute aber war ich nach dem Laufen so durchgefroren, dass ich beim Duschen vom Wasser kaum etwas gemerkt habe. Ja! - war cool.

So wie am Morgen noch die Eisblumen in den Fenstern und der Rauhreif an den Zweigen und im Gras des Waldes. Die Sonne stand noch so tief über den Bäumen am Dahlemer Feld, dass ihr warmes Licht nichts ausrichten konnte. Eisige Stille unter dem tiefblauen Himmel. Der Atem des Läufers und das gleichmäßige Abrollgeräusch der Plastiksohlen seiner Laufschuhe auf dem gefrorenen Waldboden unterbrechen sie nur kurz.
Ein frostiger Dezembermorgen voller Routine für den Ausdauersportler. Harmonie am Ende eines Jahres.

Als Läufer findet man überall sein Glück...

Freitag, 26. Dezember 2008

Frohes Fest

Da laufen sie alle wieder und ich bin mit dabei. Rote Mütze, Handschuhe und als kleine Provokation meine Honolulu-Jacke von 2005. Es ist aber auch schweinekalt an diesem Weihnachtstag. Da tuen ein paar wärmende Gedanken zurück an den Pazifik richtig gut.
Durch den Grunewald zum Forsthaus, zu Glühwein und Schmalzstullen, um die Gänsebraten-Pfunde der letzten Tage wieder loszuwerden. Ein Lauf über etwa 10 Kilometer mit viel Tradition und 260 lustigen Mitläufern, die den schönen aber eiskalten Morgen in Berlins Laufrevier Nr 1 mit ihrer Lieblingsbeschäftigung verbringen.

Es ist ganz toll wieder zuhause zu sein, viele der Gesichter habe ich ja auch lange Zeit schon nicht mehr gesehen. Grund, noch ein paar Kilometer mehr dranzuhängen.

Ein frohes Fest noch an alle Laufbegeisterten in Berlin.